| Macht die Sѓ¤ge «siege-sage», |
| macht die Wiege «wiege-wage». |
| Wiege-wage macht der Wind, |
| in der Wiege schlѓ¤ft ein Kind. |
| DER SPIELMANN |
| Tu die ѓЂћuglein zu, mein Kind, |
| denn drauѓen weht ein bѓ¶ser Wind. |
| Will das Kind nicht schlafen ein, |
| blѓ¤st er in das Bett hinein, |
| blѓ¤st uns alle Federn raus, |
| und kratzt dem Fratz die Augen aus! |
| BERTRAM, DER KNECHT |
| Es rappelt und sirrt, in dies Sѓ¤gen verirrt, |
| ein Kindlein — entflammt in sein Totengewand. |
| DER SPIELMANN (jammernd) |
| Ein Kind, ganz keck, am Pferdchen hockt’s und sѓ¤gt zu Teufels Tanz, |
| dem Gaul ein Leck, ganz mѓјrrisch bockt’s, in seinen dicken Wanst! |
| DER SPIELMANN (DIE BUCKLIGE) |
| Mein Kind, ganz dѓјrr, dein Hѓ¤ndchen sѓјhnt den Teufel! |
| Es schnarcht sich laut dem Klepper in den Schlund. |
| DER SPIELMANN (singend) |
| Herbei, mein Kind! |
| Das Pferdchen wird matt von der Rumsѓ¤gerei! |
| Der Buckel ganz blau, das Kѓ¶pfchen geknickt! |
| DER SPIELMANN (DIE BUCKLIGE) |
| Mein Kind, ganz dѓјrr, dein Hѓ¤ndchen sѓјhnt den Teufel! |
| Es schnarcht sich laut dem Klepper in den Schlund. |
| DAS SCHAUKELKIND (hѓ¶hnisch) |
| Mein Pferdchen, dein Kѓ¶pfchen ist weg? |
| Dein Kѓ¶pfchen weg? |
| DIE SCHWARZEN PUPPEN (neugierig) |
| Wer reitet so schnell durch Nacht und Wind? |
| Das Schaukelkind. Das Schaukelkind? |
| DAS SCHAUKELKIND |
| Hopp, mein Gaul, ѓјber Stock, ѓјber Stein, ohne Kopf, mein Gaul! |
| Dieser Wind macht uns bѓ¶se und flennt, wenn er sich in der Kiste verrennt! |
| Spielmann, ich bin tot und ganz modrig und faul. |
| Wozu braucht dann den Kopf dieser Gaul? Dieses lebende, schaudernde Maul. |
| Dein Kѓ¶pfchen weg? Dein Kѓ¶pfchen weg? |
| Dein Kѓ¶pfchen ist weg! |
| Spielmann, sieh sein Maul, dieses darbende Maul! |
| Seine Wunde macht ihn erst zum Gaul, diesen sterbenden, schaukelnden Gaul! |
| DER SPIELMANN |
| Was sprichst du Kind, Gesindel? |
| Der Klepper hutscht gekѓ¶pft hier im Dreck, |
| gab sein Leben fѓјr euch Kinder! |
| Lass uns seine mѓјrbe Mѓ¤hne kraulen! |
| Sein Gras in unseren leeren Mѓ¤ulern kauen! |
| Hutschen gar zu zwei’n! |
| Ich schwing' mich auf ihn! |
| Kindlein, nein, du hutscht mir nicht allein! |
| (Nun…schaukeln wir zu zwei’n!) |
| Der Gaul wippt blind — hѓјpf vorwѓ¤rts, Kind. |
| Er st&ft sein Kѓ¶pfchen platt. |
| Ein Beinchen vor, das Ross erkor, |
| dich Fratz zum Schaukelkind! |
| Lass uns seine mѓјrbe Mѓ¤hne kraulen! |
| Sein Gras in unseren leeren Mѓ¤ulern kauen! |
| Hutschen gar zu zwei’n! |
| Ich reite auf ihm! |
| Kindlein, nein, du hutscht mir nicht allein! |
| (Nun…schaukeln wir zu zwei’n!) |
| Klavier. |
| DIE BUCKLIGE |
| Das Kindchen hockt trѓјb auf dem Klepper und summt ihm ein Lied. |
| DER WERKELMANN |
| Wo ist das Kѓ¶pfchen? |
| Schlug es das Tier? |
| Schlug es das Tier? |
| Schlug es dem Gaul das Kѓ¶pfchen vom Schlund? |
| DIE BUCKLIGE |
| DER WERKELMANN |
| Der Gaul ist tot, das Kind hѓ¤ngt an ihm, die Hѓ¤ndchen bluten wie das Tier. |
| Herzt das leide Schaukeltier… |
| Blutig zetert es dahin: «Mein Gaul mein Schaukelgaul ist hin! |
| Mein Gaul, mein G-a-u-l, mein G-a-u-l ist hin!» |