| Der finstere Gesell singt dem Clown an diesem frühen Morgen noch ein |
| schneidendes Abschiedslied. Er schreit zum Himmel, packt den Knecht an seinen |
| Haaren und biegt ihn — dem Tod schon freudvoll winkend — sitzend in sein Grab. |
| Blut läuft träge aus dem Mund und bahnt ihm seine letzte Stund'. |
| Das Kreuz streng vor dem Schopf fixiert, hat der Gesell dem Clown noch seinen |
| roten Mund verschmiert. Mit einem dunkelroten Lippenstift zieht er die Winkel |
| dieser Fratze weit nach unten und ist noch einmal Dirigent. Ein Schubertlied |
| erschallt und der Gesell verschwindet leis’im Tannenwald. Der |
| Knecht, er saß nun da in seinem off’nen Grab und sollte strikt nach Teufels |
| Plan bald tot gefroren zur Hölle fahren. Die Händchen, fest in Ketten, |
| übers Köpfchen hoch gestreckt. Er öffnet sie ein letztes Mal, um im Gestöber |
| ein paar Flocken einzufangen. Traurig blickt er nun noch lang in diesen |
| gold’nen |
| Trichter. Dann schließt er seine Augen und will den Winter nicht mehr sehen. |
| Auf dem Grammophon kratzt eine Platte. |
| Ein Schubertlied. |
| Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ich wieder aus. |
| Der Wald war mir gewogen, mit seinem bitteren Graus. |
| Nie dachtest du an Liebe, doch sucht‘ich hier das Weh. |
| Nun ist die Welt so trübe, der Weg gehüllt in Schnee. |
| Nun ist die Welt so trübe, der Weg gehüllt in Schnee. |
| Nun ist die Welt so trübe, der Weg gehüllt in Schnee. |
| Ich kann zu meiner Reisen nicht wählen mit der Zeit, |
| muss selbst den Weg mir weisen in dieser Dunkelheit. |
| Es zieht ein Mondenschatten als dein Gefährte mit. |
| Es zieht ein Mondenschatten als dein Gefährte mit. |
| Und auf den weißen Matten such‘ich des Wildes Tritt. |
| und auf den weißen Matten such‘ich des Wildes Tritt. |
| Was soll ich länger weilen, dass man mich trieb hinaus? |
| Lass irre Hunde heulen, vor ihrer toten Herren Haus; |
| Die Liebe liebt das Wandern, Gott hat sie so gemacht! |
| Die Liebe liebt das Wandern, Gott hat sie so gemacht! |
| Von einem zu dem anderen. Von einem zu dem anderen. |
| Fein Liebchen, gute Nacht. Von einem zu dem anderen. |
| Fein Liebchen, gute Nacht. |
| Gute Nacht, mein Clown! |
| Gute Nacht! |
| Will dich im Traum nicht stören, wär schad‘um deine Ruh‘. |
| Sollst meinen Tritt nicht hören — sacht, sacht die Türe zu! |
| Schreib im Vorübergehen ans Tor dir: «Gute Nacht!», |
| damit du mögest sehen, an dich hab‘ich gedacht. |
| Das Ende meiner Wege birgt deine letzte Stund‘, |
| Der Tod ist manchmal träge… |
| Ach wie lieb ich deinen rot geschminkten Mund? |
| (küsst den Toten noch) |