| Du fälltest alter Freund in deinem Garten |
| Im Herbst den alten Baum dafür hast du jetzt |
| Einen ganz neuen kleinen und zarten |
| Kirschbaum an seine Stelle gesetzt |
| Der noch kaum eine Krone hat |
| Doch auch er wird auch einmal blühen grad |
| So wie es der alte tat |
| Um uns so lange wir leben |
| Künftig an seiner statt |
| Früchte und vor allem Schatten |
| Schatten zu geben |
| Man verpflanzt alter Freund doch in diesen Tagen |
| Schon viel größere Bäume deren Kronen dicht |
| Belaubt sind die uns beide weit überragen |
| Doch dieser Baum ist noch so jung, wir sind’s nicht |
| Steh ich vor ihm im Sonnenschein |
| Hüllt ihn mein Schatten ein |
| Umgekehrt sollte es sein |
| Das er uns irgendwann Schatten spendet |
| Ohne das dein oder mein |
| Leben noch vor der Zeit |
| Vor der Zeit, vor der Zeit endet |
| Warten wir alter Freund nur noch die paar Jahre |
| Dann sitzen wir im Sommer zur Reifezeit |
| Unter diesem Baum und es machen die Stare |
| Sich in seiner Krone hoch über uns breit |
| Und sie schwatzen nur, schweigen nie |
| Kirschkerne spucken sie |
| In unsere Gläser die |
| Niemals leer werden in ihnen funkelt |
| Der Rotwein aus dem Midi |
| Und wir stitzen und trinken und singen |
| Bis endlich dunkelt |
| Und wir stitzen und trinken und singen |
| Bis endlich dunkelt |